Honfleur Freiluftrestaurant

Honfleur scheint ein einziges, großes Restaurant zu sein. Mit Hafen. Ich liege mittendrin und bin mit meinem Boot wichtiges Requisit in der Kulisse. Angeblich kann man sich den Pastis direkt bis aufs Boot bestellen. Ich habe es nicht probiert. Ich bin als drittes im Päckchen und hätte den Kelner nicht über die Boote klettern sehen wollen.

 Zora im Vieux Bassin in Honfleur
Ich schlendere lieber durch die Kopfsteinpfalster Gassen und fotografiere das Vieux Bassin von allen Seiten.

Beim durchfahren der Fußgängerbrücke wurde ich vielfach fotografiert. Eine Frau klaschte sogar Beifall! Am nächsten morgen um 8:30 Uhr klatscht keiner. Es regnet. Ganz schlau habe ich mir überlegt, eine Stunde vor Niedrigwasser loszufahren. Dann habe ich noch schiebenden Strom. Scheiß Idee. Schon in der Schleuse wird mir mulmig. Sie ist so breit wie lang, ich werde mehrere Meter heruntergeschleust in ein dunkeles, glitschiges Loch.  An den Wänden wachsen Muscheln, kleine Krebse klettern auf der Suche nach Wasser umher, es tropft überall. Kein Mensch weit und breit. Einen Schleusenwärter vermute ich hinter einer verspiegelten Glasfront ca. 6m über mir. Als das Schleusentor aufgeht, sehe ich braunes Wasser, brechende Wellen, weiße Schaumkronen in dem schmalen Fahrwasser auf dem Weg ins offene Meer. Dagegen an für 8 sm? Ich fahre raus und die Strömung drückt mich gegen kleine Wände aus Wasser. Eine Quälerei. Ich drehe um, es hat keinen Sinn. Nun surft Zora mit nur 2 Knoten Speed die Welle herunter – Gegenströmung! Eine Welle steigt sogar ins Cockpitt.

Hoffentlich ist die Schleuse noch auf. Man kann davor nicht festmachen sondern nur im Schlick stecken. Schleuse ist offen, Ampel springt auf grün (ich wäre auch bei rot hereingefahren), der Spuk ist vorbei. Der Schleusenwärter kommt beiläufig aus seinem Häuschen, winkt und verzieht keine Grimasse.

Die Einfahrt zur Schleuse Honfleur bei Niedrigwasser

Nach dem Anlegen warte ich sieben Stunden aufs Hochwasser. Lesen, spazieren gehen, essen, voll entspannt alles. Nachmitags schläft der Wind immer mehr ein und ist ganz weg als ich endlich aus dem Seine Fahrwasser motort bin.  Le Havre also. Klingt vielleicht anfangs nicht so, war aber ein entspannter Tag.

Kellner bei der Pause – Honfleur

 

Vieux Bassin Honfleur

 

Altstadt Honfleur

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Eine Antwort zu Honfleur Freiluftrestaurant

  1. Stephan Kern schreibt:

    Ich liebe diesen Ort. Erstens ist er wirklich schön und zweitens ist er nicht nur Kulisse sondern es wird darin gelebt und nicht nur von Touris. Am Marktag ist die Hölle los und vorne auf Höhe des Hotel de Ville wird sau guter Cidre, Calvados und Pommeau verkauft. In Le Havre finde ich die Markthalle beeindruckend, ansonsten ist die Stadt spezielle. Sie ist auf dem Reisbrett entstanden, nach dem die Wehrmacht sie dem Erdboden und das nicht nur sprichwörtlich gleich gemacht hat.

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